Heidelberger Fass

Anton Praetorius und das 1. Große Fass von Heidelberg

Praetorius reiste 1594 nach Heidelberg und war vom großen Fass im Schloss beeindruckt. Er verfasste ein lateinisches Lobgedicht auf dieses Weltwunder seiner Zeit und widmete es Kurfürst Friedrich IV., dem Gründer der Stadt Mannheim. Es ist die älteste bekannte Beschreibung des ersten großen Fasses von Heidelberg. Dies war schon damals eine Touristenattraktion. Das Heidelberger Schloss mit dem heutigen 4. Großen Fass ist die weltweit bekannteste Sehenswürdigkeit Deutschlands – jährlich von einer Million Touristen besucht.

Die Schrift von Praetorius schildert die Maße des Fasses, macht Angaben zur Bauweise und philosophiert über dessen Nutzen und Sinn mit biblischen Bezügen bis hin zu Josephs Kornspeichern in Ägypten. Diese in der damaligen Weltsprache Latein verfasste Schrift war lange verschollen und ist nur noch in einem einzigen Exemplar mit 8 gedruckten und 7 handgeschriebenen Seiten erhalten. Es befindet sich in der Staatsbibliothek Berlin. Wir möchten dieses lange verloren geglaubte Werk den Freunden Alt-Heidelbergs in aller Welt wieder zugänglich machen und haben es dazu reproduziert und übersetzt. Die Übersetzungen stammen von Burghard Schmanck.

Pfarrer Anton Praetorius (1560‑1613) reiste 1594 nach Heidelberg und war vom großen Fass im Schloss beeindruckt. Er verfasste ein lateinisches Lobgedicht auf dieses Weltwunder seiner Zeit und widmete es Kurfürst Friedrich IV., dem Gründer der Stadt Mannheim. Es ist die älteste bekannte Beschreibung des ersten großen Fasses von Heidelberg. Die Schrift von Praetorius schildert die Maße des Fasses, macht Angaben zur Bauweise und philosophiert über dessen Nutzen und Sinn mit biblischen Bezügen bis hin zu Josephs Kornspeichern in Ägypten. Diese in der damaligen Weltsprache Latein verfasste Schrift war lange verschollen und ist nur noch in einem einzigen Exemplar mit 8 gedruckten und 7 handgeschriebenen Seiten erhalten. Es befindet sich in der Staatsbibliothek Berlin. Das Buch macht dieses lange verloren geglaubte Werk von Praetorius wieder zugänglich. Die kunstvolle grafische Ausgestaltung der Buchstaben auf der Titelseite sind in Form eines großen Weinfasses angeordnet.

Anton Praetorius: Vas Heidelbergense (Gedicht über das große Fass im Heidelberger Schloss), gedruckt bei Smesmanni, Heidelberg, Oktober 1595
Praetorius war der erste, der die Weltöffentlichkeit auf das Riesenfass der Neckarstadt aufmerksam machte und es auf den Weg zum Weltruhm brachte.

Anton Praetorius und das Grosse Fass von Heidelberg
Schriften des Kämpfers gegen Folter und Hexenverfolgung betreffend Heppenheim, Weinheim, Dittelsheim, Ilvesheim und den Rhein-Neckar-Raum von Hartmut Hegeler und Stefan Wiltschko
Eigenverlag Unna, 2007, 75 Seiten,  2. Aufl.   € 10,00

Das Buch umfasst:

  • den kompletten lateinischen Text des Fassgedichtes und die deutsche Übersetzung von Burghard Schmanck mit ausführlichem Kommentar
  • Historie des 1. Heidelberger Fasses durch Stefan Wiltschko, Schlossverwalter im Schloss Heidelberg 1993‑2000 mit zeitgenössischen Darstellungen des großen Fasses
  • Leben des Pfarrers Anton Praetorius, Kämpfer gegen Folter und Hexenverfolgung
  • Hochzeitsgedicht des Praetorius von 1601 für Jan Gruter, Hofbibliothekar des Kurfürsten im Heidelberger Schloss, international berühmter Gelehrter seiner Zeit. Diese lateinische Handschrift ist eine Rarität. Sie ist gerade erst in den Archiven des Vatikan aufgefunden und noch nie veröffentlicht worden. Mit Übersetzung in heutiges Deutsch von Burghard Schmanck
  • Hochzeitsgedicht von Praetorius auf Latein zur Vermählung des Pfarrers aus Ilvesheim mit der Tochter des Dekans aus Weinheim aus dem Jahr 1613 (mit Übersetzung von Burghard Schmanck). Nur dieses eine Exemplar ist über die Jahrhunderte erhalten geblieben.
  • Widmungsgedicht des Heppenheimer Pfarrers Adam für das Buch von Anton Praetorius „Gründlicher Bericht über Zauberey und Zauberer“ 1613 samt Übersetzung aus dem Lateinischen von Burghard Schmanck. Das Anti‑Folterbuch des Praetorius erregte damals Aufsehen und diente vielen Menschen als Unterstützung in ihrer Argumentation gegen Hexenprozesse.

Aus dem Gedicht des Praetorius: (Textwiedergabe und Übersetzung ins Deutsche von Burghard Schmanck)

Miratur magis, ipse qui tuetur praesens omne negocium; potestque verax semper haberi et esse testis.
Multi propterea bonos amicos longè conveniunt, videre possint ut vas hoc, velut ipse nuper egi.
Et sanè hoc opus est mehercle dignum visu, occasio si ferat modesta.
Illustre hoc facinus (nec hic mihi mens est, omnes numerare laude dignas talis, credo, cadus, tanto cum munere vitis, non est, immensi qua patet orbis iter.
Frustra incredibiles vasi fama occupat aures: Namque, nisi aspiciat, credere nemo potest.
Hic bonitas, hic majestas, hic summa potestas clarius aeterni lucet ubique dei!
Mehr staunt, wer selber das ganze Werk persönlich betrachtet; auch kann er für wahrhaft jederzeit gelten und Zeuge sein.
Viele kommen daher aus der Ferne zu guten Freunden, um dieses Fass sehen zu können, gleichwie ich selbst kürzlich tat.
Und fürwahr, dieses Werk ist bei Gott wert, dass man’s besichtigt, wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt.
Dieses leuchtende Werk – nicht hier steht mir der Sinn danach, aufzuzählen alle des Lobes würdigen solch ein Gefäß mit so großer Gabe des Weinstocks, glaub’ ich, gibt’s nicht, soweit der riesige Erdkreis reicht.
Vergeblich erreicht die Kunde vom Fass die ungläubigen Ohren.
Denn keiner vermag es zu glauben, wenn er’s nicht hat geschaut.“
Hier leuchtet die Güte, hier die Majestät, hier die höchste Macht des ewigen Gottes überall heller.

Eine auszugsweise Übersetzung des Gedichtes von Anton Praetorius über das Heidelberger Fass ins Spanische findet sich unter folgendem Link:
http://es.wikipedia.org/wiki/El_barril_grande_del_castillo_de_Heidelberg

Ein Auszug aus dem lateinischen Original des Gedichtes von Anton Praetorius über das Heidelberger Fass findet sich unter folgendem Link:
http://la.wikipedia.org/wiki/Antonius_Praetorius

Das Große Fass des Heidelberger Schlosses bei Wikipedia