Ev. Stadtkirche

Ev. Stadtkirche zu Unna

Ehemals dem Heiligen Clemens, Dionysius und Nicomedes geweiht, evangelisch seit Allerheiligen 1559

Foto: Hubert Brandt

Link zum Verein zur Erhaltung der Ev. Stadtkirche zu Unna e. V.

Vereinigungs-Urkunde der Evangelischen Kirchengemeinde Unna vom 2. August 1819

Aus § 1 der Vereinigungs-Urkunde:

Die beiden protestantischen Gemeinden der Stadt und des Kirchspiels Unna, die bisherige lutherische und reformierte, verbinden sich … zu Einer Einzigen Gemeinde also und dergestalt, dass sie … als eine in allen Theilen vereinigte evangelisch-christliche Gemeine zu betrachten ist, und künftig nur unter diesem Namen bekannt und erkannt sein will.

Bildergalerie (Fotos: Hubert Brandt und Jürgen Korvin)

Alte Ansichten (zur Verfügung gestellt von Brigitte Hollmann)

Evangelische Kirchengeschichte

Während der Sanierung des Turmes der Stadtkirche 2019/2020 musste der Wetterhahn vorübergehend seinen angestammten Platz verlassen. – Foto: Hegeler

Schüßler, Christian: Das Conventbuch des conventus classicus Wetterensis vom Jahre 1659–1719, S. 1-107. In: Jahrbuch des Vereins für die Evangelische Kirchengeschichte Westfalens Band 6 (1904)

Die Grabsteine in der Ev. Stadtkirche

Evangelische Stadtkirche Unna. Grabsteine erzählen Geschichte. Hartmut Hegeler und Jürgen Düsberg erforschen Geschichte. – Anna Gemünd: Hellweger Anzeiger Unna 6.3.2018

Die sprechenden Grabsteine der Stadtkirche Unna. – Anna Gemünd: Hellweger Anzeiger Unna 15.4.2020

Versteckte Familiengeschichten. Düsberg und Hegeler dokumentierten Grabplatten. – Silke Dehnert: UK Unsere Kirche Nr. 21, 17. März 2020

Geheimnissen auf der Spur: – Silke Dehnert: UK Unsere Kirche, Nr. 12, 15. März 2020, S. 20

Große Grabplatte hinter dem Info-Stand. Düsberg und Hegeler lüften Geheimnisse der Grabplatten in der Ev. Stadtkirche. – Silke Dehnert: UK Unsere Kirche, Nr. 13. 2020

Familienwappen zieren Grabsteine. Geheimnisse der Grabplatten. – Silke Dehnert: UK Unsere Kirche, Nr. 14. 2020

Grabsteine erzählen Geschichte und Geschichten. Von:  Verein zur Erhaltung der Ev. Stadtkirche zu Unna e. V.

62 Grabsteine in der Ev. Stadtkirche Unna – PDF-Flyer – von Jürgen Düsberg

Klaus Thorwarth – Eine Treppenstufe in der Löwenapotheke, wahrscheinlich ein Grabstein vom Kirchhof

Die Grabsteine in der Ev. Stadtkirche – Literatur

Hartmut Hegeler (Hg.)
Geheimnis der Grabsteine der Evangelischen Stadtkirche Unna
Menschen und ihre Schicksale. Mit einem Beitrag von Peter Schampera. Fotos von Hubert Brandt und Hartmut Hegeler. Lateinische Übersetzungen von Burghard Schmanck.
Münster 2021, ISBN: 978-3-643-14807-0

Klappentext:

Die Stadtkirche war über Jahrhunderte hinweg Zentrum der Stadt. Dieses Buch erzählt von den hier begrabenen, meist prominenten Stadtbürgern (samt ihrer Angehörigen) und deren Leben und Wirken. Kaum eine Kirche in Westfalen kann so viele steinerne Zeugen ihrer führenden Persönlichkeiten aufweisen. Faszinierende Biographien verbergen sich hinter den Grabsteinen.
Abenteuerliche Recherchen öffnen einen Blick auf bewegende Schicksale: Bürgermeister, Pastoren, Richter, Adelige sowie Frauen und Kinder. Lange bildeten die Grabplatten den Fußboden der Kirche, von vielen Schritten der Gottesdienstbesucher abgetreten. 1911 wurden sie angehoben und an den Seitenwänden aufgestellt, teilweise schwer beschädigt. Dennoch gelang es dem Autor in einem mehrjährigen Forschungsprozess, mittels hochauflösender Bilder viele Inschriften am Bildschirm zu entziffern. Wo Buchstaben verwittert waren, half manchmal ein Wappen weiter, das viele einflussreiche Familien Unnas auf ihrem Grabmal verewigen ließen.
Eine besondere Herausforderung stellten die Epitaphe im Nebenraum neben dem Haupteingang des Kirchenschiffes dar. Kaum ein Gottesdienstbesucher sieht jemals diese 15 Grabsteine, durch einen Treppenaufbau zu der Orgelempore vor Jahrzehnten überbaut, zusätzlich verdeckt durch Einbauschränke. Vor den Umbauarbeiten fotografierte niemand diese unersetzbaren Zeugen der Vergangenheit.

Hartmut Hegeler (* 1946) war kreiskirchlicher Pfarrer im Ev. Kirchenkreis Unna und verfasste zahlreiche Bücher über Hexenprozesse. Seit seiner Pensionierung widmet er sich historischen Forschungen über Unna.

Beherzte und großzügige Frauen

Die in Unna ansässige Familie Urbani zeichnete sich bei dem Wiederaufbau der Kirche im Jahre 1723 – nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1722 – durch großzügige Spenden aus. Der Kriegsrat und Oberbürgermeister Jobst Henrich Urbani und seine Frau Güda Helena, geb. Sümmermann, ließen 1743 die größte Glocke auf ihre Kosten umgießen.

Anna Klara Urbani, Ehefrau von Ludolf Diederich Wegener, später Ehefrau des königlichen Gerichtsschreibers und Advokaten Johan Arnold Krupp, ließ – wegen des tragischen Unfalltodes ihres Sohnes Balthasar Urbani – die bei dem großen Stadtbrand 1722 ebenfalls niedergebrannte Lateinschule am Kirchplatz vom 3. Juli bis 24. September 1723 unter der Leitung des Rektors M.J.H. Möllenhoff wieder aufbauen.

Katharina Elsbeth war Tochter des Bürgermeisters David Davidis (1640–1714). Über sie wird folgende Begebenheit aus dem Jahr 1703 berichtet: „Als die [preußische] Kommission, da [Bürgermeister] Davidis sich weigerte, vor ihr zu erscheinen, mit Pfändung vorging und zehn Exekutoren in sein Haus eindringen wollten, wurden sie von der Tochter Katharina Elsbeth Davidis (1682–1733), späteren ´Frau Bürgermeister` Husemann, mit einem Feuerhaken in die Flucht geschlagen…, dass zehn Mann sich ´von einem eintzigen Frawensmensch` daran hätten hindern lassen, ihren Auftrag auszuführen.“ Als sich einige Tage später 65 Mann sich dem Haus näherten, sei von der Tochter ´umb diesen Tumult und ein groß Unglück dadurch anzurichten`, die Sturm- und Feuerglocke geläutet worden.

Quellen: Hartmut Hegeler, Geheimnis der Grabsteine der Evangelischen Stadtkirche Unna, Menschen und seine Schicksale, Münster 2021, S. 70 und 86f